Geiz vs. Gönnen

Geld ist ein knappes Gut, daher versuche ich es bewusst und sinnvoll einzusetzen. Da ich regelmäßig einen großen Teil meines Einkommens spare und zudem kein besonders hohes Gehalt habe, muss ich mit meinem Geld gut haushalten.

Meine hohe Sparquote ist ein Luxus, den ich mit Verzicht bezahle. Es gibt aber auch Dinge, auf die ich nicht verzichten möchte und für die ich bewusst mehr ausgebe.

Ich spare Geld dort, wo günstige Produkte denselben Nutzen bieten. Dadurch werden auch nervige Entscheidungen minimiert und ich gewinne Zeit.

Wo mir das Leben erleichtert oder schön gestaltet wird, gebe ich dafür wieder gerne Geld aus.

Hier erst mal ein paar Bereiche, in denen ich bewusst spare.

Wo ich spare:

Kleidung & Schuhe:

  • Ein-Schuh-Strategie: Ich trage nur ein Modell Turnschuhe von der chinesischen Marke Whitin für knapp 40€. Davon habe ich immer 3 Paar. Eines für Sport, Arbeit und Partys. Anstatt einem Paar Nike oder On kann ich mir 5 Paare davon kaufen. Dazu sind die Schuhe leicht und bequem.

  • Kein Kleider-Stress: Bei Hosen, T-Shirts und Hoodies kaufe ich immer dasselbe Modell in verschiedenen Farben. Hosen von Brax, T-Shirts von Uniqlo und Hoodies von !Solid. Wenn ich etwas ersetzen muss, geht das schnell und stressfrei.

Alltag & Konsum:

  • Haircut: Seit Corona 2020 schneide ich meine Haare selbst. Das spart ordentlich Geld, Fahrwege und Wartezeit.

  • Handyvertrag: Ich nutze einen 12 GB Vertrag für 6€ im Monat bei Smartmobil. Teure Verträge mit „geschenkten“ Smartphones lohnen sich rechnerisch nie.

  • Armbanduhr: Statt einem teuren Statussymbol trage ich eine Pagani Design für 60€. Sie sieht super aus und nutzt ein zuverlässiges Seiko-Uhrwerk.

  • Nikotin-Wechsel: Vor 10 Jahren habe ich von regulären Zigaretten auf E-Zigarette gewechselt. Die Zutaten werden günstig in Frankreich bestellt. Statt mehreren hundert Euro kostet mich das Laster jetzt nur noch 50€ im Monat. Zudem fühle ich mich seitdem deutlich besser.

  • In der Dusche: Zum Duschen verwende ich seit Jahren nur noch ein Stück Seife. Das macht genauso sauber wie teures Duschgel, kostet fast nichts und hinterlässt keinen Müll. Der gute Duft kommt dann separat vom Parfum.

Hier gönne ich mir etwas:

Technik:

  • Das Smartphone: Nach Jahren mit Billiggeräten habe ich 2022 ein iPhone 14 Pro für 1.350€ gekauft. Trotz des hohen Preises lohnt sich der Kauf für mich. Ich schätze die Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und die gute Kamera sehr. Beim häufigen Verwenden von Banking-Apps bietet die Face-ID einen enormen Komfort. Das Eingeben von Pins ist damit hinfällig.

  • Mein Computer: Mein PC für 2500€ ist Arbeitsgerät, Spielekonsole und Unterhaltungsplattform in einem. Bei täglicher Nutzung und einer Haltedauer von 10 Jahren relativiert sich der Preis.

Lifestyle & Gesundheit:

  • Essen gehen: Ein- bis zweimal im Monat gehe ich mit Freunden gut essen. Das ist für mich einfach Lebensqualität. Beim Trinkgeld geize ich auch nicht.

  • Parfüm: Für einen guten Duft bezahle ich gerne mal 60 bis 100€ für 100 ml. Bei Luxusparfüms für über 200€ ist für mich aber eine Grenze erreicht.

  • Zahncreme: Ich bin 39 Jahre alt und habe noch nie gebohrt bekommen. Damit das so bleibt kaufe ich Sensodyne für 7-8€ die Tube. Das ist teuer aber der Effekt ist spürbar besser als bei Billig-Zahncremes.

Hobbies:

  • Die Jagd: Der Jagdschein und meine Ausrüstung kosteten mich seit 2014 über 15.000€. Ich verdiene damit kein Geld, es ist aber der perfekte Ausgleich zum schnöden Büroalltag.

  • Das Investieren und der Blog: Für mein größtes Hobby zahle ich auch gerne etwas extra. 11€ für die Domain, den Impressums-Service und die SSL-Verschlüsselung des Blogs und ein 8 Euro Abo beim Portfolio-Tracker Parqet. Auch für ein gutes Finanzbuch gebe ich immer gerne ein paar Euros aus. Auf Coachings und Kurse verzichte ich aber genauso wie auf teure Börsentools.

– Der eigentliche Luxus –

Zum Schluss noch ein Gedanke.

Die Sache, für die ich heute am meisten verzichte und auf die ich am diszipliniertesten hinspare, ist gleichzeitig diejenige, mit der ich mir später den größten Luxus überhaupt gönnen möchte: finanzielle Freiheit.

Sie ist wahrscheinlich die teuerste Anschaffung meines Lebens – aber auch die wertvollste. Denn sie kauft keine Statussymbole, sondern Zeit. Zeit für Familie, Freunde, Hobbys und ein Leben nach meinen Vorstellungen und Wünschen.

Ich glaube, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, wofür er sein Geld ausgeben möchte. Für manche ist es das Traumauto, für andere Fernreisen oder ein großes Haus.

Mein größter Luxus wird irgendwann die Freiheit sein, selbst über meine Zeit bestimmen zu können. Und genau dafür spare ich seit über zehn Jahren – ohne zu vergessen auch heute ein gutes Leben zu führen.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis: Sparsamkeit bedeutet nicht, sich nichts zu gönnen. Sie bedeutet, bewusst zu entscheiden, wofür man sein Geld ausgibt.



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