Nebenverdienst – so einfach wie nie?

Hallo zusammen,

wenn man sich auf YouTube im Bereich Finanzen, Sparsamkeit und Minimalismus umschaut, fällt einem eines schnell auf. Es gibt Videos, die in leicht verschiedenen Versionen unzählige Male veröffentlicht wurden. Es sind richtige Evergreens. Jeder Finanzkanal hat seine eigene Version davon. Ich finde das nicht schlimm, eher lustig.

Diese Titel hier sind mir dabei am meisten aufgefallen:

  • Warum das Vermögen ab 100.000€ explodiert

  • Warum scheinen alle reicher zu sein als du?

  • Wie viel Vermögen brauchst du in deinem Alter?

  • 10 Zeichen, dass du reicher bist als gedacht

  • Die 10 häufigsten Finanzfehler

  • 10 Dinge, die ich nicht mehr kaufe

  • Die größten Vermögensfresser

  • 10 Wege um einfach online Geld zu verdienen

Das sind jetzt 8 Titel, die ich zusammengeschrieben habe. Aus meiner Sicht haben 7 davon etwas gemeinsam und einer tanzt aus der Reihe.

Die Gemeinsamkeit von 7 Titeln – sie sind nützlich. Es gibt einen Grund warum es diese Videos so häufig gibt. Sie haben wichtige Inhalte und wenn man sich an den Erkenntnissen aus diesen Videos hält, kann man finanziell tatsächlich besser vorankommen.

Der Sonderfall

„10 Wege um einfach online Geld zu verdienen“ – Dieses Thema, was auf YouTube haufenweise vertreten ist, passt nicht zu den anderen.

Die meisten Menschen haben ein moderates Einkommen und können nicht so viel sparen und investieren wie sie gerne möchten. Vermutlich machen sich viele von euch Gedanken, wo man noch ein paar extra Euros auftreiben könnte. Ich selbst suche auch schon eine ganze Weile nach einer einfachen und unkomplizierten Methode für einen kleinen Nebenverdienst. Ich schaue selbst gerne Finanzvideos auf YouTube und habe mir schon einige dieser wertvollen Tipps reingepfiffen.

Jobs für Alle!

In diesen Videos wird immer gesagt, dass es in unserer modernen, neuen Welt, so einfach ist wie nie zu vor, Geld zu verdienen. Im Internet gibt es viele Möglichkeiten um sich einen Geschäftszweig aufzubauen und etwas nebenher zu verdienen.

Und das Beste daran:

  • Es gibt kaum Einstiegshürden

  • Man braucht kein Startkapital

  • Das Geschäftsmodell ist skalierbar

  • Wirklich jeder kann es machen

Das hört sich toll an!

Ungeeignete Jobs für mich

Wenn man sich die „Job-Vorschläge“ aus den Videos anschaut, gibt es wohl für jeden mehr oder weniger attraktiv wirkende Möglichkeiten. Ich als Normalo habe mir also einige Videos angeschaut und versucht etwas passendes für mich zu finden.

Hier sind schon mal ein paar Tätigkeiten, die aus diversen Gründen für mich nicht in Frage kämen:

  1. Verkäufe von selbstgemachten Dingen auf Etsy. Kommt für nicht nicht in Frage, da ich nichts herstellen kann.

  2. Dem Nachbarn den Rasen mähen. Mein Nachbar wohnt auch in einem Reihenhaus und hat einen 3×3 Meter Rasen. Er braucht keine Hilfe.

  3. Privatunterricht geben. Ich kann leider nichts gut genug, als das ein Dritter davon profitieren könnte. (Azubis im Job sind außen vor)

Diese hören sich gut an!

Es gibt allerdings einige Wege um Geld zu verdienen, die sich für mich richtig gut angehört haben und ich mir zugetraut habe, sie einmal auszuprobieren.

Drei dieser Tätigkeiten habe ich dann in den vergangenen zwei Jahren tatsächlich ausprobiert. Diese will ich euch mal vorstellen.

Nr. 1 Fotos auf Shutterstock anbieten

Auf der Seite Shutterstock kann man selbst gemachte Fotos von allem Möglichen anbieten. Viele Künstler, Mediendesigner usw. brauchen Bilder, die sie für ihre Arbeit verwenden können. Das kann alles sein. Fotos von Landschaften, Architektur, Tieren und vielem mehr.

Da ich schön im Schwarzwald wohne und regelmäßig wandern gehe, habe ich einfach angefangen interessante Orte zu fotografieren. Im Wald fällt das Licht schön durch die Bäume – Foto! Ein Berg zeichnet sich toll gegen den Himmel ab – Foto!

Innerhalb von wenigen Wochen habe ich mit meinem Iphone (14Pro) über 100 hübsche Fotos gemacht und auf der Seite in meinem Portfolio angeboten. Wenn ein Bild gekauft wird bekommt man ein paar Cent dafür.

Nr. 2 T-Shirts für Spreadshirt designen

Auf der Seite Spreadshirt kann man selbst designte Kleidung verkaufen. Man benutzt ein Tool um ein Design zu erstellen. Dafür gibt es einige gratis Programme, die man dafür verwenden kann. Die erstellten Designs lödt man dann auf Spreadshirt hoch.

Wird ein Stück von einem Kunden gekauft, wird das Teil von Spreadshirt selbst hergestellt und dann an den Kunden versendet. Selbst braucht man also nur die Designs, sonst muss man sich um nichts kümmern. Vom Verkaufspreis bekommt man einen Anteil.

Ich habe hier also 5-6 T-Shirts kreiert und hochgeladen. Dabei war ein Shirt, dass die Liebe zum Tennis ausdrücken soll oder ein schlichtes Shirt mit einer Tafel Schokolade vorne drauf.

Nr. 3 Notizbücher auf Amazon

Der „Nebenjob“, der mir am meisten zugesagt hat: selbst erstellte Notizbücher auf Amazon zu verkaufen. Auch hierfür gibt es gratis Software, die man zum Designen nutzen kann.

Notizbücher haben den Vorteil, dass sie keinen Inhalt haben. Man muss also nur ein Cover und eine Rückseite erstellen und das Raster auf den jeweiligen Seiten sinnvoll anlegen. Dann gibt man bei Amazon KDP noch ein paar Suchbegriffe und einen Werbetext ein – fertig!

Interessante Notizbücher zu erstellen hat mir wirklich gefallen, da hatte ich auch reichlich Ideen. Insgesamt habe ich in ein paar Wochen 26 Notizbücher / Tagebücher erstellt. Hier ein paar Beispiele:

  • Notizbuch für Minimalisten

  • Notizbuch für Hobbygärtner

  • Pilzsammler-Tagebuch

  • Traum-Tagebuch

  • Aktionärs-Notizbuch

  • Haushaltsbuch

  • Notizen für das Haustier

  • Motorrad-Tagebuch

  • Angel-Notizen

Ist ein solches „Buch“ erstellt und auf Amazon hochgeladen, dauert es nur ein paar Tage und man kann es auf Amazon finden. Den Verkaufspreis kann man selbst festlegen und erhält beim Verkauf einen Anteil.

Kassensturz

Das sind also die 3 Geschäftsfelder, in denen ich mich versucht habe. Ich habe mir überall Mühe gegeben, die meiste für die Amazon-Bücher. Dann schauen wir uns doch mal an, was in den letzten beiden Jahren dabei rumgekommen ist:

  • Shutterstock Fotos:      0,- €

  • Spreadshirt Verkäufe:   0,- €

  • Amazon KDP Bücher:    2,3 €

Hmmm. Das war jetzt nicht wirklich ergiebig. Ein einziges verkauftes Notizbuch bei Amazon ist die traurige Bilanz. Warum hat das nicht besser funktioniert? Nach meiner Analyse gibt es dafür einige Gründe.

Warum es in der Regel nicht funktioniert

Die Probleme sind folgende:

  • Die Konkurrenz ist erdrückend. Bei Shutterstock z.Bsp. gibt es Millionen von angebotenen Fotos, viele davon von semi-professionellen Fotografen erstellt. Hier können auch vernünftige Iphone-Bilder nicht mithalten und man kann sich nicht von der Menge abheben. Bilder von Nadelwäldern oder schönen Orten findet man zu tausenden. Das gleiche gilt für T-Shirts und Notizbücher. Es gibt einfach viel zu viele davon.

  • Mangelnde Reichweite und Werbung. Wenn man keinen YouToube- oder Instragram-Kanal hat (oder einen Blog), mit denen man seine Angebote pushen und bewerben kann, erreicht man mit seinen Angeboten einfach kein Publikum. Wenn niemand die eigenen Angebote sieht, kann sie auch niemand kaufen. Werbung auf Amazon oder Google ist teuer und für so ein Kleinprojekt keine Option.

Mit diesen beiden Punkten hat man das Problem auch schon. Viel zu viel Konkurrenz und zu wenig Sichtbarkeit im Markt sorgen dafür, dass die Kunden ausbleiben. Wenn absolut jeder ein Produkt auf den Markt bringen kann und die Einstiegshürden verschwindend gering sind, gibt es am Ende dann auch dieses Resultat. Quasi jeder versucht sein Glück. In der entstandenen riesigen Konkurrenz „ersticken“ sich die Self-Made-Unternehmer dann gegenseitig.

Die Moral von der Geschichte

Jobs, bei denen man seine eigene Zeit gegen Geld tauscht, wie Rasenmähen oder Privatunterricht, können ganz gut funktionieren. Hier lässt sich ein schöner Stundenlohn verdienen. Der Nachteil ist die mangelnde Skalierbarkeit. Mann kann nicht 100 Stunden Nachhilfe am Tag geben.

Im Gegenzug könnte man aber ohne Weiteres tausende Shirts pro Tag auf Spreadshirt verkaufen. Hier braucht man aber schlagkräftige Methoden um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten. Werbung oder Reichweite. Ohne die wird es nichts. Oder man braucht ein wirklich gutes Produkt. Wer einen Roman wie Harry Potter schreibt, wird eine größere Kundengruppe ansprechen als derjenige, der ein leeres Notizbuch für Privatgärtner anbietet.

Die YouTuber, die überall darüber berichten, dass heutzutage jeder einfach so ein Business starten kann, haben damit schon recht. Jeder kann anfangen. Damit Geld zu verdienen ist aber eine andere Geschichte. Ich denke es ist heutzutage genauso schwer Geld zu machen und reich zu werden wie immer. Daran hat sich nichts geändert.

Man muss einen echten Mehrwert generieren und Reichweite aufbauen. Dazu bringen echte Fähigkeiten und persönliche Stärken die größten Vorteile. Geschenkt bekommt man nichts.

Ich kann über meine drei vergeblichen Anläufe lachen. Irgendwo hat es Spaß gemacht und gelernt habe ich auch etwas. Zumindest habe ich im kleinen Rahmen gelernt, was es für ein privates Business braucht.

Was habt ihr schon ausprobiert? Was hat für euch funktioniert?

Viele Grüße

der doofe Andi

Was meinst Du dazu?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Mein Notizbuch: